Grunwald & Grunwald // Architektur und Städtebau

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Prager Dreieck – Leipzig, Zentrum-Südost

Kooperatives Verfahren

Mit der Bebauung des Prager Dreiecks wird die Prager Straße als wichtige Verbindung zwischen dem Stadtzentrum Leipzig, der Alten Messe und dem  Völkerschlachtdenkmal gestärkt. Die Bebauung entlang der Magistrale hat adressbildenden Charakter und setzt die in den 90 er Jahren begonnene Entwicklung fort. Die bestehenden Gründerzeitgebäude an der Prager Straße werden selbstverständlich in die neue Stadtstruktur eingebunden. Die Eckpunkte an den Kreuzungen Semmelweis-Straße und Philipp-Rosenthal-Straße werden stadträumlich betont. Die Ecke an der Philipp-Rosenthal-Straße wird stadträumlich stärker akzentuiert, um ein markantes städtebauliches Gelenk zwischen Alter Messe, dem Prager Dreieck und zukünftigen Stadtarchiv auf dem Barnet-Licht-Platz auszubilden und um die Südseite des Prager Dreiecks in Szene zu setzen.

Eine wesentliche Chance für eine nachhaltige Quartiersentwicklung liegt in der „Binnenqualität“ des Areals. Während die Ränder als „schützende, eher geschlossene Bebauung“ entwickelt werden, wird die Bebauungsstruktur in zweiter Reihe aufgelockert und kleinteiliger gegliedert. Im Innenbereich wird eine geforderte Kindertagesstätte als zweigeschossiger, dem Straßenlärm abgewandter Baukörper vorgeschlagen. Darüber hinaus bestehen gute Möglichkeiten, Dienstleister mit geringeren Flächenanforderungen oder publikumsaffinere Nutzungen wie gastronomische Betriebe für die Mittagsversorgung der umliegenden Büros, kleinere Serviceeinrichtungen oder einen Lebensmittelmarkt anzusiedeln. Die vorgeschlagenen Gebäudetypologien sind nutzungsneutral konzipiert. Sie sind sowohl für Dienstleistungs- als auch für Forschungs- und Bildungseinrichtungen geeignet. Die EG-Zone der Gebäude ist grundsätzlich höher ausgebildet (bis 4,50 - 5,00 m), um die genannten Versorgungseinrichtungen zu ermöglichen. In Ergänzung zu den bestehenden Wohnhäusern sind im Innenbereich des Areals Sonderformen des Wohnens, z. B. Boardinghouse oder Kombinationen von Wohnen und Arbeiten vorstellbar.

Der als Biotop gekennzeichnete südöstliche Bereich des Prager Dreiecks bleibt weitgehend erhalten und wird von Bebauung freigehalten. Die Fläche wird gestalterisch als baumbestandener Vorplatz weiterentwickelt, der den Eingang in die neuen Gebäude markiert und den Straßenraum akzentuiert. Dabei wird der vorhandene Baumbestand in die in die neue Freiraumgestaltung integriert.

Die Entwicklung des Prager Dreiecks erfolgt bedarfsgerecht. Aus diesem Grund bietet sich eine kleinteilige Parzellierung des Areals an. Ausgehend von der neuen Anliegerstraße und den öffentlichen Räumen im Quartier werden insgesamt fünf Baufelder vorgeschlagen, die jeweils in zwei bzw. drei Parzellen gegliedert werden. Die Parzelle wird somit zum Grundbaustein der städtebaulichen Entwicklung. Kleine Parzellengrößen (ab ca. 400 m2) ermöglichen differenzierte Nutzungen auch für kleine und mittlere Unternehmen und sichern die Nutzungsvielfalt und Durchmischung im Quartier. Durch die Kombination von mehreren Parzellen lassen sich Baufeldgrößen von ca. 2.500 m2 bis zu 5.800 m2 entwickeln.


Leistung:

Erarbeitung einer Funktions- und Erschließungskonzeptes,
Städtebauliches-räumliches Bebauungskonzept
Konzeption von grundsätzlichen Bebauungs- und Nutzungsmöglichkeiten
Darstellung von Entwicklungsstufen
Detaillierung eines zentralen Bereichs


Fakten:

Kooperatives Verfahren
Plangebiet ca. 2,9 ha
Bearbeitung 2012/13


Auslober:

LWB - Leipziger-Wohnungs- und Baugesellschaft mbH


www.lwb.de